Obsthof Schernus & Bröcker


Die Äpfel der Apfelgalerie stammen vom Obsthof Schernus & Bröcker in Frankfurt (Oder). Thomas Bröcker ist studierter Gartenbauingenieur und Obstbauer mit langjähriger Erfahrung. Claudia Schernus, Diplom-Bibliothekarin, wechselte für die gemeinsame Betriebsgründung die Branche. Seit 1990 besteht die Claudia Schernus & Thomas Bröcker GbR mit einer bewirtschafteten Obst- und Gemüseanbaufläche von circa 50 Hektar.

Bereits vor der Wende hat Thomas Bröcker in der Obstproduktion gearbeitet. Im Ortsteil Markendorf, der zu Frankfurt (Oder) gehört, existiert heute noch die Markendorf Obst e.G. – eine Genossenschaft, in der sich mehrere selbständige Obstbauern zusammengeschlossen haben. Die genossenschaftliche Produktionsweise bündelt Energien und Produktionsmittel (z.B. Landmaschinen) und ermöglicht eine optimale Lagerung der Äpfel in großen, wirtschaftlichen Kühlzellen. So gibt es knackiges Obst bis weit ins Frühjahr.

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Sortengarten und alte Apfelsorten


Schon zu DDR-Zeiten legte Thomas Bröcker, zusammen mit einem Spezialisten von der Frankfurter Baumschule, einen Sortengarten in Markendorf an. Dieser diente ursprünglich der Lehrlingsausbildung der VEG Obstproduktion Frankfurt-Markendorf. Nach dem Fall der Mauer verwilderte dieser Garten. Thomas Bröcker konnte einige Apfelsorten „retten“, indem er die Bäume umpflanzte oder neu veredelte. Viele von ihnen haben seltsame oder poetische Namen, wie zum Beispiel Gelber Bellefleur, Rotgestreifte Schafsnase oder Horneburger Pfannkuchenapfel.

Mittlerweile pflegt und erhält der Obsthof Schernus & Bröcker circa 150 alte Apfelsorten. Da der Sortengarten auch der Produktion von Äpfeln dient, ist er öffentlich nicht zugänglich. Ein Schaugarten für Besucher, den der Obsthof im Jahr 2002 in Frankfurt (Oder) angelegt hatte, musste im Jahr 2012 aufgrund wetterbedingter Schäden und einer Feuerbrandinfektion leider wieder gerodet werden. Eine Neupflanzung ist in Planung.

Die alten Sorten wachsen jedoch nicht nur im Sortengarten. Thomas Bröcker hat mehrere alte Sorten wie Gravensteiner, Winterglockenapfel und Ananasrenette in größerem Maßstab für die Direktvermarktung neu veredelt. Das heißt, von diesen Äpfeln kann mehr geerntet und verkauft werden als nur mal eine Kiste. Über die Apfelgalerie in Berlin wird ein Großteil der alten Apfelsorten vermarktet.

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Integrierte Produktion


Der Obsthof Schernus & Bröcker produziert sein Obst nach den Richtlinien der Integrierten Produktion. Die Integrierte Produktion ist eine naturnahe Form der Landwirtschaft. Sie bedeutet einen Mittelweg zwischen der konventionellen Landwirtschaft, die hauptsächlich auf Produktivität ausgerichtet ist, und der biologischen Landwirtschaft. Im Integrierten Anbau werden vorzugsweise Methoden verwendet, die möglichst geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben, ohne jedoch alle Beschränkungen aus der Bio-Landwirtschaft zu übernehmen. Das heißt, der Integrierte Obstbauer darf zum Beispiel je nach (Problem)Fall entscheiden, welche Art von Pflanzenschutz er wählt. Viele Methoden aus dem Bio-Anbau kommen auch im Integrierten Anbau zum Einsatz. Doch die im Bio-Anbau zugelassenen Pestizide (u.a. Kupfer und Schwefel) sind nicht immer die wirkungsvollsten bei Pilz-, Fäulnis-, Schimmel- oder Schädlingsbefall und müssen oft in größeren Mengen aufgebracht werden. Da kann ein konventionelles Mittel durchaus die bessere und umweltverträglichere Wahl sein. Regelmäßige und unabhängige Laborkontrollen sichern stets die Qualität der Produkte. Deutschland hat im internationalen Vergleich einen sehr hohen Standard, was landwirtschaftliche Erzeugnisse betrifft.

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Die Ziele der Integrierten Produktion sind rückstandsfreies Obst, der Erhalt der Bodenqualität und ein schonender Umgang mit der Natur.